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08.11.2016 16:35

Über Ressentiments gegenüber dem Begriff „barrierefrei“ // Eine Kolumne von Dipl.-Ing. Architektin Sabine van Waasen

Barrierefreie Räume: Gibt´s die auch in schön?

Ein Traumbad und gleichzeitig barrierefrei: geht doch! Foto: © FSB ErgoSystem®300

Ein Traumbad und gleichzeitig barrierefrei: geht doch! Foto: © FSB ErgoSystem®300

In vielen Beratungsgesprächen erfahren wir, dass bei Kunden beim Erwähnen des Wortes „barrierefrei“ der sprichwörtliche Rolladen runtergeht und vor dem geistigen Auge das Reha-Badezimmer vom letzten Krankenhausbesuch auftaucht. „Nein, Sie sind natürlich noch nicht alt!“ versucht man schnell einzulenken. Aber dann kommt: „Später, wenn es dann mal soweit ist, dann können wir drüber reden.“ Eine ganz typische Haltung vieler Menschen, für die wir nach Lösungen bei der Wohnumfeldanpassung suchen. „Gibt´s das auch in Schön?“ war eine Frage, die mir zeigte, dass da noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist.

In unserer Gesellschaft müssen wir alle unser Bild vom Altern überdenken. Viele Institutionen und Verbände versuchen ein neues Altersbild zu generieren. Wir, die Babyboomer, alle inzwischen so um die Fünfzig, bilden die viel zitierte Alterskohorte, die den demographischen Wandel zu verantworten hat und zum Problem beim Thema Rente, Generationenvertrag, Pflege, Fachkräftemangel und Kinderschwund wird.

Auch unsere Politik hat nun die Not erkannt und legt so manches Förderprogramm auf, um die statistischen Prognosen nun fünf vor zwölf noch abzumildern. Die Werbung hat das Potenzial auch schon erkannt und wirbt um die Kaufkraft der best ager, silver ager, golden ager und aller Menschen 50plus. Wieso überhaupt 50 plus?! Ab wann gehört man denn dazu? Und wozu überhaupt?

Das Schubladendenken ist lange überholt. Wir alle tun uns aber schwer, uns mit dem Thema auseinanderzusetzen und Begrifflichkeiten zu finden. Klar, unangenehme Dinge schieben wir von uns her. Das ist von der Natur im Sinne des Selbstschutzes ja schon richtig so angelegt. Aber vor was müssen wir uns denn schützen?

Nie zuvor hatte eine Generation statistisch nach dem Renteneintrittsalter so viele gesunde Jahre vor sich. Klar, nicht jeder läuft mit 93 noch einen Marathon oder macht bei Olympia mit. Aber das Alter ist bunt und vielfältig! Das Einheitsbeige stirbt aus! In Zeiten, in denen ein Mick Jagger noch mit 73 auf der Bühne steht und zum achten Mal Vater wird, sollten wir endlich das Älterwerden mit anderen Augen sehen. Man könnte ja einfach das sehen, was an Kompetenzen bleibt oder was sogar an Erfahrung und Gelassenheit positiv zu Buche schlägt. Wenn das Älter werden nicht nur als Last und unter dem Aspekt des Verlustes von Kompetenzen empfunden wird, kann auch das Thema Barrierefreiheit aus der unbeliebten Ecke rauskommen. Das barrierefreie Komfort-Wohnen, ein Leben im Alltag mit Annehmlichkeiten im Wohnumfeld, ist in jeder Lebensphase ein Zugewinn, nicht erst bei vorhandenen Einschränkungen.

Der beste Weg relaxt damit umzugehen, ist es, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Denn nur, wer seine Zukunft aktiv gestaltet, kann sie auch bestimmen. Selbstbestimmung im Alter hat also sehr wohl etwas mit Vorsorge zu tun. Wenn unser Gehirn das Alter nicht nur negativ besetzt, sondern sich unser Altersbild in ein positives wandelt, dann kann man sich auch ein barrierefreies Bad als komfortable Wohlfühloase vorstellen.

Dann kann ich Ihnen versichern: Ja, ein barrierefreies Bad gibt es auch in schön!

 

Dipl.-Ing. Architektin Sabine van Waasen

Dipl.-Ing. Architektin Sabine van Waasen 

  • Fachkraft für barrierefreies Bauen
  • AAL-Beraterin
  • Pflegediensthelferin

"Nach dem Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe habe ich einige Jahre in einem Architekturbüro mit dem Schwerpunkt Wohnungsbau gearbeitet. Die Vielseitigkeit meiner Ausbildungen von der Architektur über die Pflege zum Thema technische Assistenzsysteme qualifizieren mich für das Berufsfeld barrierefreies Bauen und ermöglichen eine fachübergreifende Herangehensweise an das Thema.

Als sich vor einigen Jahren die Frage nach der Versorgung meiner Eltern stellte, machte ich zuerst eine Qualifizierung zum „Ehrenamtlichen Seniorenbegleiter“ und danach eine Ausbildung zum „Pflegediensthelfer“. So wollte ich gerüstet sein, um gegebenenfalls eine Pflege in der Familie leisten zu können. Zwangsläufig ging damit einher, dass die damalige Wohnsituation auf den Prüfstand kam. Die Eltern wohnten weit weg und die Häuslichkeit war denkbar ungeeignet, da keineswegs barrierefrei. Viele Fragen zum Thema Wohnumfeldgestaltung kamen auf. So kam der Stein ins Rollen und ich begann mich immer intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und mich stetig fortzubilden. Heute brenne ich dafür, anderen Menschen mit meinem Wissen zu helfen, selbstbestimmt im eigenen Heim leben zu können."

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  • Ein Traumbad und gleichzeitig barrierefrei: geht doch! Foto: © FSB ErgoSystem®300
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  • Glücklich im Alter: was bedeutet das eigentlich? Foto: SieH GmbH/Shutterstock
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